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Das Athanasianische Glaubensbekenntnis (Athanasianum)

Im 7. Jahrhundert folgte das nach dem Kirchenvater Athanasius (295 – 381) benannte „Athanasianische Glaubensbekenntnis mit noch präziseren Formulierungen zur Dreieinigkeit Gottes:

„Dies aber ist der katholische (= allgemein christliche) Glaube,
dass wir den  E i n e n  Gott in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einheit verehren,
ohne die drei Personen zu vermischen und ohne das eine göttliche Wesen zu trennen.
Eine andere ist nämlich die Person des Vaters,
eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes.
Aber dem Vater und Sohn und Heiligen Geist eignet nur  e i n e  Gottheit,
gleich in der Herrlichkeit, gleich in der ewigen Majestät.

Wie der Vater, so der Sohn, so der Heilige Geist:
ungeschaffen ist der Vater, ungeschaffen der Sohn, ungeschaffen der Heilige Geist.
Unermesslich ist der Vater, unermesslich der Sohn, unermesslich der Heilige Geist.
Ewig ist der Vater, ewig der Sohn, ewig der Heilige Geist.
Und dennoch sind es nicht drei Ewige, sondern  e i n  Ewiger.
Wie auch nicht drei Ungeschaffene und nicht drei Unermessliche,
sondern  e i n  Unerschaffener und  e i n  Unermesslicher.
Ebenso ist allmächtig der Vater, allmächtig der Sohn, allmächtig der Heilige Geist.
Und dennoch sind nicht drei Allmächtige, sondern  E i n  Allmächtiger.
So ist der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott
und dennoch sind es nicht drei Götter, sondern es ist nur  e i n  Gott.
So ist der Vater Herr, der Sohn Herr, der Heilige Geist Herrlichkeit
und dennoch sind es nicht drei Herren, sondern es ist nur  e i n  Herr.
Denn wie wir nach der christlichen Wahrheit
jede Person einzeln als Gott und Herrn bekennen müssen,
so verbietet uns auch die katholische (= allgemein christliche) Religion,
drei Götter oder Herrn anzunehmen.
Der Vater ist von niemandem gemacht, noch geschaffen, noch gezeugt.
Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht, noch geschaffen, sondern gezeugt.
Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohn,
nicht gemacht, nicht geschaffen, noch gezeugt, sondern ausgehend.
Es ist also Ein Vater, nicht drei Väter,
Ein Sohn, nicht drei Söhne, Ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister.
Und in dieser Dreieinigkeit ist nichts früher oder später, nichts größer oder kleiner,
sondern alle drei Personen sind untereinander gleichewig und gleichwertig,
so dass in allem, wie bereits oben gesagt wurde,
sowohl die Dreiheit in der Einheit als auch die Einheit in der Dreiheit zu verehren ist.
Wer daher selig werden will, muss diese Meinung von der Dreieinigkeit haben.


Die christologischen und trinitarischen Glaubensbekenntnisse der Kirche, das Nizänische und Athanasianische, wollen und können nicht die zwei Wesenarten (Naturen) Jesu Christi und die Dreieinigkeit Gottes der menschlichen Vernunft einsichtig erklären, sondern wollen einseitige Anschauungen abweisen und damit das offenbarte Wort Gottes verteidigen und das Mysterium (Geheimnis) des Wesens Gottes wahren. Die Christologie und Trinitätslehre der Kirche bindet sich deshalb ganz eng an den Wortlaut der Heiligen Schrift, will ihre Worte nur nachsprechen. Sie muss von der göttlichen Eingebung (Inspiration) der Worte der Bibel ausgehen, sonst kann sie dem Druck der weltlichen Logik und der Kritik der jüdischen und islamischen Theologie sowie der Religionswissenschaftler und Philosophen nicht standhalten.


Bibelzitate nach LÜ 1984

Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche
Göttingen (V&R), 12. Aufl. 1998

Unser Glaube – Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche, bearbeitet von Horst Georg Pöhlmann, Gütersloher Verlagshaus

 

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