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Martin Luther bekennt mit seinem Wappen den Glauben

Ein Kreuz im Herzen und das Herz in der Mitte einer weißen Rose, mit solchem Wappen kennzeichnete Martin Luther seine Schriften. Dazu schreibt er:
Das erste sollte ein Kreuz sein: schwarz im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte, damit ich mir selbst Erinnerung gäbe, dass der Glaube an den Gekreuzigten uns selig macht. Denn der Gerechte wird seines Glaubens leben, den Glauben an den Gekreuzigten. Solch ein Herz soll mitten in einer weißen Rose stehen, anzuzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Frieden gibt, darum soll die Rose weiß, und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist des Geistes und aller Engel Farbe. Solche Rose steht im himmelfarbenen Felde, dass solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlischen Freude zukünftig. Und in solchem Feld einen goldenen Ring, dass solche Seligkeit im Himmel ewig währt und kein Ende hat und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das höchste, edelste und köstlichste Erz ist.


Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche 

Die Bekenntnisse des Glaubens der evangelisch-lutherischen Kirche (Symbolische Bücher) sind im „Konkordienbuch“ von 1580 zusammengefasst. Weil sie allein aus der Heiligen Schrift erhoben worden sind, richten sich deshalb nach ihnen das Verständnis und die Einzelauslegungen der Heiligen Schrift.


Die Reformation wandte sich gegen die Auffassung der von Rom beherrschten Kirche, dass 

  • sich der Mensch durch das Halten der Gebote und durch Werke der Gottes- und Nächstenliebe Gottes Gnade und das ewige Leben verdienen müsse und dass ein gekaufter Ablassbrief vor dem Fegefeuer rette;
  • die Kirche ihre Glaubenslehre nicht nur aus der Bibel, sondern auch aus der Tradition, den Schriften der Kirchenväter und Beschlüssen der Konzilien begründen könne.


Dagegen setzte die Reformation mit wohl begründeten Verweisen auf Bibelstellen:

  • Allein aus der Gnade Gottes, allein um Christi Kreuzesopfer willen, allein durch den Glauben an Christi Stellvertretung und Versöhnung wird der Mensch selig. Das Halten der Gebote und die guten Werke der Gottes- und Nächstenliebe will Gott sicher von uns, aber sie wachsen aus dem Glauben, sie sind Früchte des Glaubens. 
  • Allein die Heilige Schrift setzt Artikel des Glaubens und nicht die Tradition, Kirchenväter oder Konzilien. Sie müssen im Einklang mit der Schrift stehen und können nur kommentieren.
    Die Schrift muss aus sich selbst verstanden und ausgelegt werden. So muss beachtet werden, dass Gott im Alten und Neuen Testament jeweils auf zweierlei Weise zu uns spricht: Mit Worten des fordernden und strafenden Gesetzes und mit Worten des Evangeliums, mit denen er den reuigen sündhaften Menschen Gnade und Vergebung zuspricht.
  • Deshalb wurden alle Traditionen und Glaubenslehren der von Rom regierten Kirche der Prüfung an der Heiligen Schrift unterzogen und entsprechend bestätigt oder verworfen. Auf diese Weise sollte die ganze Kirche reformiert, also „zurückgeformt“ werden zur rechten ursprünglichen Kirche der Apostel. Eine Teilung der Kirche in verschiedene Konfessionen war von den Reformatoren nicht beabsichtigt, sondern die ganze Kirche sollte sich nach Maßgabe der Heiligen Schrift reformieren.

Diese reformatorischen Glaubensüberzeugungen wurden grundlegend im Jahre 1530 in Latein und Deutsch formuliert und auf dem Reichstag zu Augsburg Kaiser Karl V. als Bekenntnis des Glaubens der evangelischen Seite der bis dahin noch ungeteilten Kirche überreicht.

Detlef Löhde

weiter: Augsburger Bekenntnis

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