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Wer kann gewiss sein, dass Gott ihm nach dem Tod gnädig ist?

- Kann man seines Heils gewiss sein?

Gewissheit unseres Heils bei Gott, ist das heute überhaupt noch eine Frage? Uns beschäftigen doch heute ganz andere Fragen und Probleme, die uns auf den Nägeln brennen. Wir wollen wissen, ob unser Arbeitsplatz oder unsere Renten auch morgen noch sicher sind und wie es mit unserer Gesundheit steht. Erst wenn wir klare Zusagen, schriftliche Beweise oder eine einwandfreie Diagnose des Arztes haben, atmen wir erleichtert auf. Zuerst geht es uns um unser Wohlbefinden hier und jetzt in diesem Leben.

Wer aber hält nicht den Atem an, wenn er gefragt wird, was ihn nach diesem Leben erwartet? Kann oder soll ein Christ auf die Frage „Bist du gewiss, dass du nach deinem Tod in Gottes Himmelreich kommst?“ mit einem klaren runden „Ja“ antworten? Oder ist das nicht pure Vermessenheit und riecht nach Pharisäertum? Wäre es nicht passender, wenn überhaupt mit einem „Ja“ - dann aber nur zögerlich – zu antworten? Oder sollte ein Christ nicht ehrlicherweise diese Frage offen lassen und es letztlich Gott überlassen? Stünde solche Demutshaltung Christen nicht gut an?

Um die Frage nach der Gewissheit des Heils geht es letzten Endes – ob ausgesprochen oder unausgesprochen – in allen Religionen. Doch alle nichtchristlichen Religionen lassen diese Frage unbeantwortet. Millionen von Menschen sterben mit der quälenden Ungewissheit, ob sie denn in ihrem Leben Gott oder ihren falschen Göttern genügend Opfer gebracht, ob sie genug gute Taten und Werke getan und alle religiösen Gesetze beachtet hätten. Sie kennen nicht den Gott, der ihnen bedingungslos gnädig ist und sie von dem unheimlich inneren Druck eigener Leistung befreit. Sie haben keinen, der ihnen das Heil bringt – keinen Heiland – der ihnen die Gewissheit des Heils, des ewigen Lebens, zusagt und garantiert.

Wenn nun evangelisch-lutherische Christen die Frage der Heilsgewissheit trotzdem mit „Ja“ beantworten, dann nicht aus Überheblichkeit oder menschlicher Sicherheit, etwa weil sie besser, frömmer und heiliger wären als andere Menschen. Das „Ja“ ist vielmehr ein „Ja“ des Glaubens, das heißt, des Vertrauens zu dem wahren lebendigen Gott, der der Vater unseres Herrn Jesus Christus ist. Jesus, der Sohn Gottes, ist unser Retter, unser Heiland, der das ewige Heil in Gottes Reich verheißt und garantiert. Jesus Christus selbst steht hinter dem „Ja“ derer, die an ihn glauben. Das „Ja“ zur Heilsgewissheit ist nicht aus der Luft gegriffen oder steht nur auf wackligem Boden, sondern es hat seinen festen Grund in Jesus Christus. Sein Kreuzesopfer und seine siegreiche Auferstehung verbürgen uns die Tatsache, dass wir durch ihn mit Gott versöhnt sind, wenn wir es ihm nur glauben. Gott hat durch den Kreuzestod seines Sohnes Frieden mit uns Menschen geschlossen. Diesen Frieden und damit sein ewiges Heil in seinem Reich bietet er allen Menschen an.

Jesus Christus lädt alle Menschen ohne Vorbedingung zum Glauben ein. Allen gilt noch heute sein Wort: „Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden“ (Mark. 16,16). Mit der Taufe auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes nimmt Gott Menschen in seinen unwiderruflichen Bund. Dass er ihnen in Jesus Christus alle Sünden vergibt und das ewige Leben schenkt, wenn sie es ihm nur glauben.

Christliche Heilsgewissheit gründet sich also nicht auf unsere menschlichen Leistungen und gute Werke der Gottes- und Nächstenliebe, sondern einzig und allein auf Gottes zuvorkommende abgrundtiefe Liebe. Bleibender, ja, ewiger Ausdruck dieser Liebe Gottes zu uns Menschen, die wir alle Sünder sind und damit den ewigen Tod verdient haben, ist das, was Christus getan hat und noch heute für uns tut. Denn er legt heute und an unserem Ende mehr als nur ein gutes Wort für uns ein. Er spricht uns von aller Schuld frei und schenkt uns gratis ewiges Leben. Darum kann der Apostel Paulus von denen, die an Christus glauben, sagen: „Ich bin darin in guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat, das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu“ (Phil. 1, 6).

Ohne Glauben an Jesus Christus gibt es kein Heil und keine Heilsgewissheit. Nur der Glaube, das persönliche Vertrauen zu Christus, dass er die Wahrheit sagt und mich nicht belügt, macht mich getrost und gewiss, dass ich als Christ fröhlich sagen kann: Ja, ich bin gewiss, dass ich ewig selig werde – allein aus Gottes Gnade durch Jesus Christus.

Nun könnte jemand einwenden: Das bildet ihr euch alles nur ein. Worauf stützt sich denn eure so hochgerühmte Heilsgewissheit? Antwort: Auf Gottes eigenes Wort! Das ist nicht das Wort eines Menschen, der schnell seine Meinung ändert. Gottes Wort bleibt gültig, auch wenn Himmel und Erde vergehen werden. Das sagt kein geringerer als Gottes Sohn selbst (Mt. 24, 35). Jesus Christus tischt uns keine Lügenmärchen auf. Vielmehr bekennt er von sich: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als durch mich“ (Joh. 14,6).

Heilsgewissheit ist darum immer Wahrheitsgewissheit und damit Wortgewissheit – Gewissheit des Wortes Gottes. Das heißt: Wir können uns unseres ewigen Heils nur dann gewiss sein – dann aber ganz bestimmt – wenn wir sein Wort hören und seinem Wort vertrauen, wie Christus uns verbindlich verspricht: „Selig sind die, die das Wort Gottes hören und bewahren“ (Lk. 11, 28).

Wenn also Gottes Wort in der Bibel von der Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott spricht und Christen darum ihres Heils gewiss sind, dann hat das nichts mit einer psychologischen Beruhigung eines schlechten Gewissens Gott gegenüber zu tun, sondern dann nehmen wir Gott beim Wort – berufen uns und vertrauen auf seine Zusage. Das sollen wir – Gott will es so!

Gott ist die Liebe (1. Joh. 4, 6) und sein Ziel mit uns ist, dass wir einmal in seinem Reich seine Herrlichkeit schauen sollen. Davon schreibt der Apostel Paulus den Christen nach Rom sehr ausführlich (Röm. 8, 28 – 30). Gottes Heilsplan gibt uns die Gewissheit, dass uns von Gottes Liebe in Christus Jesus weder Tod noch Leben trennen kann.

Doch ist die Heilsgewissheit nicht mit überheblicher oberflächlicher menschlicher Sicherheit zu verwechseln. Unser Leben lang werden wir auch im Hinblick auf die Heilsgewissheit um den rechten Glauben bitten: „Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Den Glauben können wir uns nicht selbst machen, sondern müssen ihn uns schenken lassen. Gottes Geist weckt und erhält in uns den rettenden Glauben. So wenig der Mensch aus eigener Vernunft oder Kraft an Gott oder Jesus Christus glauben oder seinen Glauben bewahren kann, ebenso wenig „belohnt“ Gott unser Bemühen oder unser anständiges bürgerliches Leben mit der Seligkeit. Goethe irrt, wenn er leichthin fabuliert: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.“ Erlösung schenkt allein Gott aus seiner Gnade und Liebe.

Der christliche Glaube und damit die Heilsgewissheit ist ein unendlich kostbarer Schatz, den es nicht zu verlieren gilt. Deshalb kommt alles darauf an, dass wir uns an Gottes Wort und Verheißung klammern, die er uns auch ganz persönlich in der Taufe zugesprochen hat. Darum wollen wir ihm vorbehaltlos kindlich vertrauen. So werden wir heute und in unserer Sterbestunde unseres ewigen Heils gewiss sein können. In der Zeit der Not und Anfechtung wollen wir nicht wie der sinkende Petrus auf Wind und Wellen achten (Mt. 14, 29), sondern auf Christus sehen. Er rettet uns aus den tödlichen Fluten. Er hält uns fest, gerade auch dann, wenn uns Zweifel zu schaffen machen, ob wir denn auch selig werden. Schauen wir auf uns und unser Leben, dann steht vor uns nur ein großes „Nein“. Schauen wir aber auf unseren Lebensretter Christus und vertrauen auf sein erlösendes Kreuzesopfer und auf seine verheißungsvollen Worte, dann leuchtet uns ein strahlend helles großes „Ja“ unseres Gottes entgegen. Bei ihm sind wir sicher und geborgen und unseres Heils gewiss.

Christus hat uns freigemacht, so dass wir es nicht mehr nötig haben, Gott unsere guten Werke und Leistungen vorzeigen zu müssen. Die Freude darüber, dass Gott uns um seines Sohnes Jesus Christus willen heute schon gnädig ist und uns in seinem Reich erwartet, gibt uns Kraft, aus Dankbarkeit Gutes zu tun. So lasst uns leben im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe zu Gott und den Menschen und warten auf den Tag, wenn Gott zu uns sagen wird: Komm heim, ich warte schon auf dich; jetzt sollst du mein Heil nicht nur glauben, sondern für immer schauen.

Richard Tepper, Pfarrer i. R., Uelzen

Martin Luther sagt (Genesisvorlesung 1545):

Ich bin getauft, ich bin absolviert (Zuspruch der Vergebung meiner Sünden), da sterb ich drauf. Was auch immer sich dem entgegenstellt: Anfechtung und Sorgen, das wird mich durchaus nicht ins Wanken bringen. Denn der, der gesagt hat: "Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet" und "Was immer du auf Erden lösen wirst, wird im Himmel los sein" und "Das ist mein Leib, das ist mein Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden", der kann nicht täuschen und lügen. Das ist gewisslich wahr.